In der Ukraine kann man seit inzwischen Jahren beobachten, dass die Verteidigung eines Landes im Falle eines Krieges längst nicht nur von seinen Streitkräften abhängt. Auch Deutschland ließe sich in einem Konflikt mit Russland nur dann verteidigen, wenn ein möglichst großer Teil der Gesellschaft die Bundeswehr und die Nato-Truppen im Einsatz gegen den Aggressor unterstützen würden. Nicht nur Einzelne zweifeln aber daran, dass eine übergroße Mehrheit der Deutschen eine solche Unterstützung auch wirklich leisten würde – nicht zuletzt wegen Erfahrungen, die sie in Thüringen nahezu jeden Tag machen.

Ein Fahrzeug der Bundeswehr in einer Kaserne in Erfurt.
Solche Fahrzeuge der Bundeswehr bewegen sich nicht von alleine. Sie müssen von Menschen gefahren werden, die bereit sind, Deutschland zu verteidigen. Foto: Sebastian Haak

Von Sebastian Haak

Erfurt – Es sind Bilder, die in den vergangenen Jahren immer wieder entstanden sind, wenn ein Bundesverteidigungsminister oder eine Bundesverteidigungsministerin nach Thüringen gekommen sind, um Soldatinnen und Soldaten im Freistaat zu besuchen: Eine Meldung des kommandierenden Offiziers an den zivilen Chef der deutschen Streitkräfte, Männer und Frauen in Formation, ein bisschen marschieren, ein Rundgang durch ein Kasernengelände. Anschließend lobende Worte für die Uniformierten und für die Verantwortlichen der Thüringer Landesregierung dafür, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Militärs und Zivilisten im Land angeblich oder tatsächlich läuft.

Qualitätsjournalismus kostet Geld. Die Nutzung unseres Angebots ist deshalb kostenpflichtig. Der vollständige Beitrag ist nur für Abonnentinnen und Abonnenten sichtbar.