Stabili-was?

Stabili-was?

Es ist geschehen, was geschehen musste: Die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag ist zerbrochen. Gänzlich ohne Überraschungen ist dieser Bruch nicht passiert. Die Auswirkungen auf die Landespolitik in Thüringen dürften zumindest kurzfristig aber geringer sein, als das, was dieses Zerwürfnis wahrscheinlich für die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bedeutet. Die Zeiten, in denen die Thüringer CDU in Sachen „De-facto-Mehrheit“ betont breitbeinig aufgetreten ist, sind indes endgültig vorbei. Und das schon vor einem Parteitag des Thüringer BSW, der nach dem, was nun geschehen ist, für den BSW-Landesvorstand um Katja Wolf noch schwieriger werden wird.

Die Tür zum Fraktionssaal der Thüringer BSW-Landtagsfraktion.
Vor Kurzem zelebrierte das Thüringer BSW auf einem Sommerfest noch Einigkeit. Bei der jüngsten Fraktionssitzung hinter dieser Tür waren dann drei Abgeordnete bereits nicht mehr Teil der Fraktion. Fotos/Gestaltung: Bianca Mirsch/Sebastian Haak

Von Sebastian Haak

Erfurt – Das Schreiben schmucklos zu nennen, mit dem die Illusion der Thüringer CDU von der „De-facto-Mehrheit“ endgültig untergeht, wäre eine grobe Untertreibung. Ein paar schlichte Zeilen „an den Präsidenten des Thüringer Landtags, Herrn Dr. Thadäus König“, der „im Hause“ zu finden ist, darunter drei Unterschriften in blauer Farbe. Kein hübsch gemachter Briefkopf, keine Logos, keine Adressen. Dafür, dass die Unterzeichner dieses Schreibens nach eigenem Bekunden schon seit etwa sechs Monaten darüber nachgedacht haben, zu tun, was sie am Mittwochmorgen tun, wirkt dieses Schreiben, von dem Fokus Thüringen eine Kopie vorliegt, erstaunlich improvisiert.

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