„Schön wär’s …“

Dass die Kinderzahlen in Thüringen in der jüngeren Vergangenheit deutlich gesunken sind, ist in den Kinderkrippen und Kindergärten des Freistaats bereits zu spüren. Bald wird dieser Trend an den Schulen voll durchschlagen; auch an solchen, in denen schon heute nur noch sehr wenige junge Menschen unterrichtet werden. Im Interview mit Fokus Thüringen spricht die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Kathrin Vitzthum, darüber, wie sie auf die Zukunft der Schulen im Land bis zum Ende dieser Legislaturperiode 2029 schaut. Darüber, warum sie die Klagen von Lehrerinnen und Lehrern über die Einschnitte bei der Altersabminderung nicht für Jammerei hält. Und darüber, wie sie sich ihr weiteres Verhältnis zu Thüringens Bildungsminister Christian Tischner vorstellt.

Die Vorsitzende der GEW Thüringen: Kathrin Vitzthum.
Die Vorsitzende der GEW Thüringen: Kathrin Vitzthum. Foto: GEW

Frau Vitzthum, wenn Sie sich die typische Thüringer Schule im Jahr 2029 vorstellen: Was glauben Sie, wie wird der Unterricht dort aussehen?

Bis dahin ist ja nicht mehr wahnsinnig viel Zeit, deshalb glaube ich nicht, dass sich in unseren Schulen bis dahin viel ändern wird. Die Kolleginnen und Kollegen werden im Durchschnitt vielleicht etwas jünger sein, weil der Anteil der Älteren abnimmt. Das Thema Künstliche Intelligenz im Unterricht wird vermutlich einen höheren Stellenwert haben als heute, wobei überhaupt nicht klar ist, wo die Reise da hingeht. Und ich fürchte, es wird an vielen typischen Thüringer Schulen auch dann noch nur wenige Schülerinnen und Schüler geben, vor denen zu wenige Lehrerinnen und Lehrer stehen. Ich sehe nämlich nicht, dass die Politik aktuell die Kraft hat, solche Mindestgrößen für Schulen oder Klassen festzulegen, mit denen man den Unterricht dort gut organisieren könnte.

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