An der Spitze der Thüringer Grünen steht ein Personalwechsel bevor, der tiefgreifender sein wird als vergleichbare Personalwechsel aus den vergangenen Jahren. Vor allem die langjährige Vorsitzende des Landesverbandes, Ann-Sophie Bohm, blickt zu ihrem Abschied aus ihrem Amt auch selbstkritisch auf die Art und Weise zurück, wie die Grünen zuletzt Politik gemacht haben. Das, was ihre wahrscheinliche Nachfolgerin sich vorgenommen hat, will an einem für diese Selbstkritik zentralen Punkt ansetzen. Ob eine sich daraus ergebende Strategie zum Wiedereinzug in den Landtag wirklich erfolgversprechend sein kann, ist aber längst noch nicht sicher. Immerhin kann das jüngste Hoch der Grünen in Sachsen-Anhalt auch ein Ausweis dafür sein, dass auch diese Partei von dem profitieren kann, was sie eigentlich unbedingt vermeiden will: gesellschaftliche Polarisierung.

Von Sebastian Haak
Erfurt – Wenn es eine Konstante gab an der Spitze der Thüringer Grünen in den vergangenen Jahren, dann war es Ann-Sophie Bohm. Seit Januar 2020 ist sie inzwischen Vorsitzende des Landesverbandes der Partei, zwei Mal ist sie seit damals wiedergewählt worden, während die Männer an ihrer Seite ein ums andere Mal gewechselt haben. Zuerst hatte sie die Partei gemeinsam mit Bernhard Stengele geführt. Dann mit Max Reschke. Seit Dezember 2024 führt sie die Grünen zusammen mit Luis Schäfer.
Wenn es mal wieder ein Beispiel dafür braucht, dass Frauen sich innerhalb von Parteien durchsetzen und behaupten können, dann kann Bohm als solches dienen. Nun ist aber auch für sie Schluss. Weil sie es so will. Bohm bewirbt sich nicht um eine vierte Amtszeit als Parteivorsitzende. Es sei „eine bewegte Zeit“ an der Spitze der Grünen gewesen, sagt sie. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, „den Staffelstab weiterzugeben und bewusst Platz zu machen für neue Leute, die ja auch schon in den Startlöchern stehen und Lust haben, sich einzubringen“. Sieben Jahre, sagt Bohm, seien „eine lange Zeit in so einem Amt“.
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