Die Thüringer SPD steht vor einem Führungswechsel. Georg Maier – Innenminister und seit 2020 an der Spitze der Sozialdemokraten im Freistaat – will sich auf dem SPD-Landesparteitag im November nicht erneut um den Landesvorsitz der Partei bewerben. So ziemlich alles läuft deshalb nun darauf hinaus, dass mit Katharina Schenk eine Frau auf den Chefposten der Genossen zurückkehren wird. Die Thüringer Sozialministerin wird schon lange als potenzielle Nachfolgerin Maiers gehandelt. Wird sie gewählt, ist ihr Erfolg angesichts des politischen Trends freilich alles andere als sicher. Im Gespräch mit Fokus Thüringen erklärt sie ihre Sicht auf ein wichtiges Detail jenes Videos, mit dem sie ihre Kandidatur um das Amt öffentlich gemacht hat; spricht sie darüber, was sie von Minimalkompromissen hält; und spricht sie über zwei Prozent-Zahlen.

Frau Schenk, ich habe ein Video gesehen, veröffentlicht am Mittwoch. Da sagen Sie, dass Sie SPD-Vorsitzende in Thüringen werden wollen. Die Gerüchte dazu, dass Sie das möchten, gibt es schon seit mindestens zwei Jahren. Wann ist die finale Entscheidung für Ihre Kandidatur gefallen?
Ganz genau – so mit Datum – weiß ich das nicht mehr. Aber Georg Maier und ich haben schon länger sehr intensiv über die Frage gesprochen, ob er auf unserem Landesparteitag im Herbst noch einmal als Vorsitzender kandidieren möchte oder nicht. Kurz vor der Sommerpause sind diese Gespräche dann konkreter geworden. Dass damit komplizierte Überlegungen verbunden sind, können Sie sich vorstellen. Es geht dabei immerhin nicht nur darum, wer die Partei führt, sondern immer auch darum, wie wir unsere Partei mit Blick auf die Landtagswahl 2029 möglichst sichtbar aufstellen wollen. Viele in der Partei haben mir schon in der Vergangenheit signalisiert, dass sie es gut fänden, wenn ich noch mehr Verantwortung übernehmen würde. Ich habe eine ganze Weile darüber nachgedacht, man muss ja auch die Ressourcen dafür haben. Ich habe zwei Kinder, ein anspruchsvolles Amt als Ministerin, ich bin außerdem Kreisvorsitzende der SPD Gotha, ich bin Stadträtin in Gotha …
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