Wohl kein Landespolitiker in Thüringen oder Ostdeutschland fährt privat ein so berühmtes Auto wie der Sozialdemokrat Matthias Hey: Der Landtagsabgeordnete und ehemalige Vorsitzende der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag ist mit einem Trabi unterwegs, wann immer es geht. Immer noch. Nicht erst seit Kurzem. Seit 1991 schon. Da wird es höchste Zeit, mit ihm über dieses Fahrzeug zu sprechen, das für ihn viel mehr ist als ein Automobil. Es ist ein Anker. Eine Konstante. Gerade auch in schwierigsten Lebensphasen. Außerdem wird es Zeit, mit ihm darüber zu sprechen, was es über die ostdeutsche Seele aussagt, dass ihm alte und junge Menschen zuwinken, wenn er mit seinem Trabi unterwegs ist, und dass er über das Auto mit Menschen ins Gespräch kommt, die sich sonst kaum mit ihm unterhalten würden. Und: Im Interview mit Fokus Thüringen spricht er darüber, ob der Rahmen der Demokratie in Deutschland vielleicht schon so unrettbar beschädigt ist wie der mancher Trabis.

Herr Hey, ich habe keine physischen Schalter mehr im Auto, nur noch digitale Buttons – und ich habe den Button für die Umluft-Einstellung nicht gefunden. Deshalb hat es bei mir im Auto die ganze Zeit nach Trabi-Abgasen gemüffelt, als ich Ihnen gerade hinterhergefahren bin …
… Sie meinen: Es hat geduftet?!
So würden Sie das beschreiben?
Na ja, es ist sicherlich ein bisschen gewöhnungsbedürftig, jedenfalls heute. Viele Menschen haben ja vergessen, dass es in den Achtzigern im Osten Deutschlands eigentlich immer so gerochen hat. Da ist das überhaupt nicht aufgefallen. Viele Menschen macht dieser Duft heute, glaube ich, eher sentimental.
Qualitätsjournalismus kostet Geld. Die Nutzung unseres Angebots ist deshalb kostenpflichtig. Der vollständige Beitrag ist nur für Abonnentinnen und Abonnenten sichtbar.

