„Wie zu DDR-Zeiten“

„Wie zu DDR-Zeiten“

Unter den zehn Thüringer Landtagsabgeordneten, die zuletzt aus dem BSW ausgetreten sind, ist auch der ehemalige Landesvorsitzende der Partei, Steffen Schütz. Als er zu der Pressekonferenz geschritten war, auf der diese Austrittswelle verkündet wurde, federte sein Schritt geradezu, lächelte er. Im Interview mit Fokus Thüringen spricht der Mann, der auch Thüringer Digitalminister im Kabinett von Ministerpräsident Mario Voigt ist, darüber, welches Gefühl er mit seinem Parteiaustritt verbindet, wie es um ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn stand – und darüber, ob diejenigen, die da nun ausgetreten sind, nicht ein großes Glaubwürdigkeitsproblem haben und eigentlich ihre Mandate zurückgeben sollten.

Die ehemaligen BSW-Politiker Katja Wolf und Steffen Schütz
Als Katja Wolf den Austritt von insgesamt zehn Abgeordneten aus dem BSW verkündet, hat Steffen Schütz offensichtlich keine schlechte Laune. Fotos: Sebastian Haak

Herr Schütz, korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege, aber als Sie am Freitagmorgen gemeinsam mit neun anderen Thüringer Landtagsabgeordneten Ihren  Austritt aus dem BSW bekanntgegeben haben, haben Sie nicht gerade geknickt gewirkt. Eher gelassen, gerade zu befreit.

Ich habe mich ja schon lange schwergetan mit dieser Partei. Mit all dem, was da vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gelaufen ist, mit dem ständigen Gängeln und Bevormunden. Das hat mich zunehmend wütend gemacht. Ich meine: Es darf ja jeder seine eigene Meinung haben – außer natürlich im BSW –, aber jede Meinung sollte schon auf Fakten basieren. Und wenn dann jemand wie Frau Wagenknecht ständig hingeht und sagt, wir würden so schlecht regieren, dann sollte man doch meinen, dass diese Meinung auch dadurch unterlegt wird, dass die Parteiführung in Berlin mal mit uns in Thüringen über unsere Arbeit in der Regierung gesprochen hätte. Aber da war gar nichts, nichts, nichts…

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