Kurz vor dem Ende der parlamentarischen Sommerpause ist der Konflikt zwischen dem Bundesvorstand des BSW und dem Thüringer Landesverband der Partei dermaßen eskaliert, dass es nun beinahe unausweichlich scheint, dass es zu einer Abspaltung kommt. Wie auch immer die sich im Detail vollziehen mag. Damit neigt sich die Zeit dem Ende entgegen, in der die Brombeer-Koalition von sich behaupten konnte, eine „De-facto-Mehrheit“ zu haben. Die Auswirkungen auf den politischen Alltag in Thüringen dürften aber zumindest kurz- und mittelfristig geringer sein, als das auf den ersten Blick scheinen mag.

Von Sebastian Haak
Erfurt – Es gibt Sätze, hinter die es kein Zurück mehr gibt. Sätze, die auch die letzte, schon vorher unwahrscheinliche Möglichkeit zunichte machen, dass es noch irgendeine gemeinsame Zukunft geben könnte.
In der Antwort der BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht auf eine Offerte des Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke, sie möge doch bitte um das Amt der Thüringer Ministerpräsidentin kandidieren, steht genau so ein Satz. Höckes Angebot sei weder ehrlich noch seriös, hatte Wagenknecht am Donnerstag verlauten lassen, kurz vor dem Ende der parlamentarischen Sommerpause in Thüringen. Dann der Satz, hinter den es kein Zurück mehr gibt: „Es ist unehrlich, weil er weiß, dass die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden.“
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