Es hatte sich schon länger abgezeichnet, dass Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt ernsthaft darüber nachdenkt, den Kampf um seinen Doktortitel nicht weiterzuführen. Das hatte seine Partei vor eine ausgesprochen undankbare Kommunikationsaufgabe gestellt. Die ist nun überflüssig geworden, da Voigt endgültig auf den Titel verzichtet. Um die zentrale Reaktion in der CDU zu seiner Entscheidung zu beschreiben, braucht es nur ein Wort. Der Illusion, dass das Thema damit außerhalb der Partei endgültig erledigt ist, gibt sich trotzdem kaum jemand hin – während Voigt an der Hochschule, an der er zuletzt gelehrt hatte, immer noch willkommen ist. Wenn auch in einer neuen Rolle.

Ein Stand der Thüringer CDU-Landtagsfraktion.
Die CDU-Landtagsfraktion hat sich klare Ziele gesetzt. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt will sich darauf konzentrieren, diese und andere politische Ziele umzusetzen – statt den Rechtsstreit um seinen Doktortitel weiterzuführen. Fotos: Sebastian Haak

Von Sebastian Haak

Erfurt – Die Schritte, die ihn an diesem Mittwochvormittag durch den Thüringer Landtag führen, gehören für Mario Voigt ganz sicher zu den schwersten, die er im Laufe seines bisherigen Lebens gehen musste. Voigt war immer stolz darauf, promoviert zu sein, mit analytisch-akademischem Blick auf die Welt – die große und die kleine in Thüringen – zu blicken, als Professor an einer privaten Hochschule in Berlin zu unterrichten.

Nachdem ihn die Schritte an diesem Tag in verschiedene Räume des Landtages geführt haben – erst in den CDU-Fraktionssaal, dann zu SPD und Thüringen.Gerecht –, verkündet er dort jedes Mal, dass er diesen Lebensabschnitt nun hinter sich lässt. Denn nichts anderes bedeutet es, wenn Voigt zum Beispiel erst bei seinen Parteifreunden und dann bei Sozialdemokraten und den Fraktionären von Thüringen.Gerecht sagt, er werde den Kampf um seinen Doktortitel nicht weiter fortführen.

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