Wenn sich am Sonntagabend das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt abzeichnen wird, werden wieder viele Menschen im politischen und medialen Betrieb Deutschlands die Frage zu beantworten versuchen, warum die AfD im Osten so stark ist. So stark, dass die Partei bei dieser Wahl eine realistische Chance auf die absolute Mehrheit im Landtag in Magdeburg hat. Auf diese Frage werden viele Antworten gegeben werden. Oft wird es in ihnen um Frust und das Gefühl des Abgehängtseins gehen. Ein Blick auf die Straßen Thüringens zeigt aber, dass es noch einen zusätzlichen, recht banalen Grund für die Stärke der AfD gibt. Unterschätzen darf man den bei der Ursachensuche auf keinen Fall.

Von Sebastian Haak
Erfurt – Es ist noch gar nicht so lange her, da stand die Sonne hoch und erbarmungslos brennend am Himmel über der Landeshauptstadt Thüringens. So hoch und so erbarmungslos brannte sie, dass selbst diejenigen, die nicht an den menschengemachten Klimawandel glauben, sichtbar unter der Hitze litten, die wissenschaftlich betrachtet, natürlich nur durch den menschengemachten Klimawandel zu erklären ist. Aber sie standen trotzdem immer wieder da, die AfD-Leute. Schwitzend, triefend, immer im Gespräch mit Menschen. Zum Beispiel direkt neben einer Straßenbahnhaltestelle in einem Plattenbaugebiet in Erfurt, das Wiesenhügel heißt.
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