Auch wenn der deutsche Staat bislang nur ein Todesopfer rechter Gewalt in Thüringen seit 1990 anerkannt hat, sind im Freistaat in den vergangenen etwa 36 Jahren deutlich mehr Menschen von Neonazis ermordet oder getötet worden. Nun gibt es einen weiteren Verdachtsfall, bei dem ein Thüringer möglicherweise von einem Rechtsextremen getötet worden ist. Dieses Mal außerhalb des Freistaats, sogar außerhalb Deutschlands. Die Tat stellt wohl einmal mehr eine Frage, die in der Debatte um rechtsextreme Gewalttaten seit Jahren immer wieder gestellt wird: Schlagen Rechtsextremisten besonders schnell und besonders brutal zu, weil Gewalt ein wesentlicher Bestandteil der Ideologie ist, der sie folgen?

Von Sebastian Haak
Erfurt – Ein entscheidender Auslöser für die schwere Gewalttat Mitte Oktober waren offenbar Hitler-Grüße. Mehrere Anwesende sollen diesen Gruß gezeigt haben, in Tuggen, einem Ort mit etwa 3.400 Einwohnern im Kanton Schwyz in der Schweiz. Wenig später war ein 27-jähriger Mann tot. Er soll nach Informationen von Fokus Thüringen aus Thüringen stammen.
Wie genau der Mann gestorben ist, wird derzeit noch ermittelt. Die Tat habe sich bei einer Aftershow-Party zu einem Konzert ereignet, sagt ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft des Kantons. Nach den Hitler-Grüßen sei es nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen „zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen circa fünf bis zehn Personen gekommen“. Nach den Berichten verschiedener Medien soll der 27-Jährige von einem Faustschlag getroffen worden sein. Anschließend sei er mit dem Kopf auf den Boden aufgeschlagen. Zwar wurde er noch von Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht. Dort starb er dann aber.
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