Ausgerechnet in diesen Wochen und Monaten werben die Landeszentralen für politische Bildung sowie die entsprechende Bundeszentrale für ein gründlicheres Verständnis dafür, dass zum Beispiel der Unterricht an Schulen nicht „neutral“ sein soll. Oder kann. Parteipolitisch unabhängig, ja. Wertneutral, nein. Stichwort Beutelsbacher Konsens. Die Leiterin der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung, Franziska Wittau, weiß aber, dass die Online-Kampagne, die dazu läuft, nicht ausreichend sein wird, um all die Missverständnisse und Halbwahrheiten auszuräumen, die dazu etwa in Lehrerzimmern kursieren. Gerade nicht in Zeiten, in denen insbesondere eine Partei diesen Konsens vehement bekämpft. Aus ihrer Sicht muss sich an einer Stelle im Bildungssystem etwas fundamental ändern. Das zuständige Ministerium sieht das gelassener.

Von Sebastian Haak
Erfurt – Selbst gemessen an den quietschbunten Maßstäben der sozialen Netzwerke sind die Farben besonders grell, die zum Beispiel so manchen Instagram-Nutzer seit einigen Tagen schon immer mal wieder anspringen: knallgelber Hintergrund, schwarze Schrift darauf und ein undefinierbares Brombeer-Pink-Lila-Magenta-Banner mit schwarzer Schrift darin. In einem Umfeld, in dem nur derjenige Aufmerksamkeit bekommt, der noch schriller als alle anderen für sich und sein Anliegen wirbt, ist das, was eine Zumutung für jedes Auge ist, durchaus klug gestaltet, auch wenn das Design mehr an die Billig-Marke eines großen deutschen Telekommunikationskonzerns erinnert als an die halb-staatlichen Stellen, die auf diese Weise nun werben.
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