„Nur Alphatiere“

„Nur Alphatiere“

Es läuft nicht gut für weite Teile der Wirtschaft. Seit Langem schon. Weder in Thüringen noch bundesweit. Im Gegenteil. In ganzen Branchen brechen wegen des industriellen Strukturwandels und wegen der globalen Krisen Absatzmärkte weg, Umsätze und Gewinnmargen ein, werden hunderttausende Jobs gestrichen. Im Interview mit Fokus Thüringen spricht Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) über den Plan, mit dem sie zu mehr Wirtschaftswachstum im Freistaat kommen will; warum es dazu aus ihrer Sicht nicht darum gehen kann, möglichst vielen Menschen einen Job beim Staat zu sichern. Und über eine Sache, die angeblich jeder weiß, der sich mit Politik beschäftigt.

Blick auf eine Baustelle in Thüringen.
Auf vielen Baustellen in Thüringen geht es nur langsam voran. Dass die Landesregierung beim Bauturbo zu langsam war, glaubt Landes-Wirtschaftsministerin Colette Boos-John trotzdem nicht. Fotos: Sebastian Haak

Frau Boos-John, ich habe etwas auf einem Tisch im Foyer Ihres Ministeriums gefunden: einen Flyer zum Thüringenplan 2026 der Landesregierung, natürlich mit einem grünen Herzen darauf. Und einem vielsagenden Foto, über das wir noch sprechen werden. Vorab aber: Haben Sie den Eindruck, dass in Deutschland gerade überhaupt jemand einen Plan hat, wie wir die Konjunktur wieder zum Laufen bekommen?

Ach doch, natürlich gibt es Menschen, die solche Pläne haben. Aber es ist angesichts der geopolitischen Gemengelage auch nicht einfach, die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Das fordert uns alle heraus, Politik und Wirtschaft. Wir müssen extreme Agilität zeigen. Teil des Problems ist, dass wir das nicht mehr so gewohnt sind.

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